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Buchktitik: “Millionär”

Ich bin in letzter Zeit eine totale Leseratte geworden. Wieder geworden. Einige Zeit lang hatte ich weder Lust noch Zeit, Bücher zu lesen. Mittlerweile hat sich das wieder gewandelt… vor einiger Zeit “Bockmist” von Hugh Laurie, aktuell “Die Chemie des Todes” von Simon Beckett und zuletzt halt den Bestseller “Millionär” von Tommy Jaud, seines Zeichens ehemaliger Headwriter der “Sat.1-Wochenshow” und “Ladykracher”.

»Ein Drittel der Menschheit ist bekloppt. Manchmal ist es auch die Hälfte, das hängt vom Wetter ab. Unsinn? Vielleicht erklärt mir dann ja mal jemand, warum fast alle Fußgänger bei den ersten Regentropfen sofort ein unfassbar blödes Gesicht machen und die Schultern hochziehen. Glauben sie im Ernst, sie würden durch eine dämliche Grimasse auch nur einen einzigen Tropfen weniger Regen abkriegen? Das ist eine rhetorische Frage mit einer sehr, sehr traurigen Antwort: Sie glauben es.«

In “Millionär” gehts, wie auch in den Vorgängern “Vollidiot” und “Resturlaub“, um Simon Peters, ehemaliger Verkäufer im Handyladen und nun Arbeitslos. Aber, wie Arbeitslose so sind, ist Simon immer im Stress. Jeden morgen muss er zur “Arbeit” in einem Internetcafe. Zwischen 9 und 12 ist da Happy-Hour und die muss genutzt werden. Simon Peters schreibt nämlich Beschwerdemails an “Pringels” und Co. Er nervt und nörgelt, bis er bekommt was er will: Gratisprodukte. Und: Er denkt, er verbessert mit seinen Beschwerden die Welt.
Doch dann steht Simon vor einem Schier unlösbaren Problem: Über ihm zieht eine Tussi ein, die einen Rosa Hammer fährt und auf ihrem Parkett-Boden immer mit Stöckelschuhe läuft. Und das nervt ihn. “SIE MUSS RAUS!”, die Frage ist nur wie? Für eine Millionen Euro kann er das Haus kaufen, weil sein Vermieter verkaufen will… doch wie kommt man schnell an 1 Millionen Euro…

Das Buch ist einfach nur komisch. Tommy Jaud schafft es, Simon so zu beschrieben, ihn so leben zu lassen, dass man mit ihm fühlt, glaubt, dass das eine echte Geschichte ist, aber dass das ganze doch so unrealistisch ist, dass man sich nur an den Kopf fassen kann, wie ein Mensch so sein kann, wie Simon. Auf jeder Seite sind versteckte Gags. Aber man freut sich mit Simon, man ist traurig, man fühlt mit ihm mit… Tommy Jaud zieht einen voll in die Geschichte rein… selbst das Ende ist irgendwie wie im richtigen Leben und doch unrealistisch wie nichts gutes.

Es macht Spass zu lesen. PRÄDIKAT: SEHR LESENSWERT!!!

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